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Ein Problem ungeahnten Ausmaßes

Die Nachbarskatze ist mit ihrer Lockdown-Figur im Kirschbaum stecken geblieben. Für mich kein Grund, mit einem meiner Wurstfinger auf das Garfield-Lichtdouble zu zeigen. Mir wäre es vermutlich genauso ergangen.


Schwerwiegende Folgen der Pandemie: Anno 2020 hat im Durchschnitt jedem ein Kilo mehr sowie ein Plus von 0,5 beim Body Mass Index eingebracht, sagt das Robert Koch-Institut. Na dann: Prost Mahlzeit.


Und damit waren die fetten Jahre noch nicht vorbei. Laut der Studie eines Herstellers von Nahrungsergänzungspräparaten ergänzen die Menschen in Deutschland über den Lockdown anscheinend ordentlich ihre Nahrung. 27 Prozent berichten nun, dass sie seit dem Ausbruch von COVID-19 merkbar zugelegt haben. Europameister! Ganz ohne Fußball oder irgendeinen anderen Sport.


Mir ist das sympathisch. Lieber weiter im Sitzstreik durch die schweren Zeiten. Lebensmittel habe ich genügend gehamstert. Mir ein Polster geschaffen. Das reicht dicke.


Hungern nach Normalität strengt schließlich auch an. 14 Monate warten auf Rettung; das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Besser, ich lege mir selber meine Rettungsringe an.


Der Ausnahmezustand ist schließlich kein Zuckerschlecken. Also nicht im übertragenen Sinn. Da bekommt man eben sein Fett weg. Vor allem, wenn man so wie ich Stressesser ist. Eigentlich komisch, dass es Wohlstandsspeck heißt.


Nach gut einem Jahr Lockdown sitzt nun bei mir kaum noch etwas locker. Zum Glück kaschiert die FFP2-Maske ganz passabel die Ansätze eines Doppelkinns. Hinzukommt ein Aggregatzustand, der irgendwo zwischen einem Gummibärchen und einem mehligen Apfel angesiedelt ist.


Womit ich wieder bei dem Obstbaumvorfall angekommen wäre. Zur Vorsicht werde ich bis auf Weiteres folgende Gegebenheiten meiden: Parkhaus-Parkplätze mit einer Säule direkt daneben, Parkhaus-Parkplätze ohne Säule daneben wie auch jegliche Situationen, in denen ein Kamel und ein Nadelöhr vorkommen. Dort dürfte das allergrößte Potenzial, hängen zu bleiben, bestehen.


Fiona Pröll

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